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Abenteuer...

...und ihre Nebenwirkungen
von

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„Mario, das Deck ist ja noch immer nicht richtig geputzt! Beeil dich gefälligst!“

Ein Tritt mit dem gestiefelten Fuß in den Magen der knienden verkleideten Frau verlieh den Worten des Kapitäns zusätzliche Dringlichkeit. Langsam verlor er die Geduld mit dem – so schien es für ihn – schlaksigen jungen Mann. Leise und unverständlich fluchend führte dieser nun jedoch sofort die Anweisung des schwarzbärtigen Hünen aus und verdoppelte seine Anstrengungen diesen gerecht zu werden.

Einfach war die Aufgabe indes jedoch nicht. Immer wieder schlugen die Wellen an den Klippenrand, vor dem die „Sturmzerberster“ ankerte, und verteilten so einen salzigen Film auf deren Deck. So gesehen war die Aufgabe damit völliger Schwachsinn, doch widersprechen traute sich das Mädchen ebenfalls nicht. Insgesamt hatte sie in den 10 Tagen, die sie nun schon auf dem Piratenschiff verweilte kaum auch nur den Mund geöffnet, aus Angst, die Mannschaft könnte vielleicht erfahren, was sie wirklich war. So versuchte sie weiter ihr Glück auf Deck, während ein Großteil der Mannschaft ihren Landgang auf den kanarischen Inseln genoss.

Ein dünner Rauchfaden zu dem sich kurz darauf weitere gesellten, bis der schwarze Qualm sich in dicken Schwaden dem Himmel entgegenstreckte, verrieten den Aufenthaltsort der Crew. So hatte sie sich das Freibeuterleben nicht vorgestellt. Als Kind hatte sie immer mit ihren größeren Brüdern Pirat gespielt, die die „böse“ spanische und britische Marine an der Nase herumführten und sich gegen die Ungerechtigkeit, die diese ihren Kolonien zukommen ließen, wehrten. Natürlich hatten die Korsaren immer den Kampf gewonnen, wodurch nie einer auf Seiten der Marine hatte sein wollen.

Dann war ihr ältester Bruder in die Armee einberufen worden. Die anderen Fischerssöhne folgten dem Ruf im Abstand von 2 und 3 Jahren, bis nur noch Maria übrig blieb, sich um ihren älteren Vater zu kümmern. Eine Mutter hatte sie nicht. Diese war bei ihrer Geburt gestorben, wodurch sie sich schon immer gegen die männliche Autorität hatte durchsetzen müssen. Zeit ein weibliches Bewusstsein zu schaffen war dabei nicht geblieben. Aber gerade dieses Fehlen kam ihr jetzt zu Gute. Anders wäre es ihr schwer gefallen, sich in die Rolle des jungen „Marios“, der als einziger Überlebender eines verunglückten Handelschiffs von den Piraten aus dem Meer gefischt worden war, einzufinden. Anders wäre er noch nicht einmal auf dieses Schiff gekommen. Der allgemeine Glaube, dass Frauen auf Schiffen Unglück brächten war dafür zu stark. Nun diente sie als Schiffsjunge unter dem Kapitän der „Sturmzerberster“. Ein grausamer Mann, der bei einem Kampf gegen die britische Marine sein linkes Auge verloren hatte. So prahlte er zumindest.

Fast schon erwartete sie einen erneuten Tritt seitens des Piraten. Dieser blieb jedoch aus. Stattdessen kamen 2 neue, unbekannte, Paar Schuhe in ihr Sichtfeld. Verwundert blickte sie auf und sah in das Gesicht einer schwarzhaariger Person, die mit einer Waffe ihren Kaptiän bedrohte, der augenscheinlich genauso überrascht war, wie sie. Nur, dass in seinem Gesichtsausdruck auch Wut mitschwang. Der Mann war ungefähr 1.80m groß, hatte langes etwas verfilztes Haar in das Perlen und allerlei Schmuck eingeflochten war. Seine Stirn zierte ein rotes Kopftuch, das unter einem dreieckigen Hut hervorragte.

„Es ist nicht sehr höflich, eine Frau zu treten, mein lieber Captain“, erhob schließlich der Fremde mit tiefer, sonoren Stimme das Wort. Als Antwort erhielt er nur ein Knurren seitens des Schiffinhabers, nachdem er zuerst etwas überrascht auf seinen „Schiffsjungen“ gestarrt hatte, bis ihm die leichte, kaum sichtbare Erhebung im Brustbereich auffiel.

Statt ihr jedoch Flüche an den Kopf zu werfen, sie habe ihn geleimt, fragte er mit ruhiger, doch hasserfüllter Stimme: „Was willst du Sparrow?“

Er beachtete sie nicht. Sie schien ihn nicht einmal zu interessieren! Und dass dieser Sparrow nur mit einem Blick ihre Verkleidung erkannt hatte...

„Captain Jack Sparrow, wenn ich bitten darf!“, riss die Stimme des Fremden Maria aus ihren Gedanken. „Und das, was ich will ist ganz einfach“, fuhr er fort, wobei er einen kleinen Kompass herausholte. „Was ich will...“ Sparrow drehte sich kurz orientierend, ging dann einige Schritte von ihrem Kapitän weg, drehte wieder, versuchte sich zu orientieren, bevor er schließlich meinte: „...ist das hier – die, sie hier.“ Damit blieb er vor der einzigen Person an Deck stehen, die zur Crew des Schiffsinhabers gehörte. Maria. Kurz überprüfte der Schwarzhaarige noch einmal den Kompass nach der Richtigkeit seiner Angabe – wie dieser arbeitete, war der jungen Frau schleierhaft – bevor er nickte und sich wieder zu dem anderen Piraten umdrehte.

„Ihr habt doch sicherlich nichts dagegen, wenn wir uns eure Schiffsjungfer für eine Zeit ausleihen? Euer Schiff dürft ihr sogar behalten, aye?!“

Kurze Stille senkte sich über das Schiff, bevor von ihrem Vorgesetzen ein leises brummendes, aber unverkennbar widerwilliges „Ja“ zu vernehmen war. Ein Grinsen seitens Sparrows war die Antwort, bevor er jemandem außerhalb ihres Sichtfeldes ein Zeichen gab. Sogleich wurde sie am Arm gepackt und auf die Beine gezogen. Sprachlos und viel zu ratlos, als dass sie etwas unternehmen konnte, ließ Maria es geschehen... Der Mann hinter ihr brummte zwar etwas von wegen „Frauen an Bord...“ und „Wahnsinn“, bat sie jedoch schließlich leise, aber einigermaßen freundlich ihr zu folgen. Gerade noch sah sie, wie Captain Jack Sparrow leicht den Hut hob, bevor er ihnen folgte, dann wurde sie auch schon umgedreht und von Bord genommen. Dort sah sie letztlich den Grund, weswegen sie zuerst nicht bemerkt hatten, dass sie “gekapert“ wurden. Ein kleines Boot ankerte keine 10 Schritte vom Schiff entfernt, auf der Seite der Klippen. Kein Mensch, der nur einen Funken Verstand im Hirn hatte, wäre auf die Idee gekommen, von dieser Seite aus das Schiff zu erreichen. Keiner... bis auf Sparrow anscheinend.

Als sie im Boot saß, warteten sie noch, bis Besagter sich ebenfalls der Besatzung angeschlossen hatte. Da ihm kein Kugelhagel folgte – Maria bezweifelte, dass sich ein Kapitän, egal welchen Schlages, eine solche Erniedrigung einfach so gefallen ließ – konnte man schließen, dass er dafür gesorgt hatte, dass der Betrogene nicht mehr dazu fähig war.

Sobald er saß, begannen die Männer, die mitgekommen waren bereits zu rudern, während Maria nun endlich den Mut fand, ihren Kidnapper zur Rede zu stellen.

„Was - sollte - das - alles?“, zischte sie ihm wütend entgegen; mehr Energie in der Stimme, als sie sich zugetraut hätte. Auch wenn sie schon früh gelernt hatte, sich durchzusetzen, hatte die überraschende Situation sie erstmals eingeschüchtert. Nun traf ein vernichtender Blick den Angesprochenen, verfehlte jedoch jegliche Wirkung. Ihr Entführer... lächelte. Jack Sparrow lächelte! Am Liebsten hätte die junge Frau ihn dafür angesprungen. Sie beherrschte sich jedoch, da der Mann nun tatsächlich anfing zu antworten:

„Hast du schon einmal etwas von dem Schatz der Kokosinsel gehört?“

Das Lächeln, dass diesen Worten folgte, löste bei Maria ein dumpfes Stechen in der Magengegend aus. Wäre sie doch nur daheim geblieben. Sicher, sie war ausgezogen, um Abenteuer zu erleben, aber jetzt, da es so weit war, wünschte sie sich nichts anderes, als dass sie sich niemals auf das verhängnisvolle Handelsschiff geschlichen hätte.



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Kommentare zu diesem Kapitel (4)

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Von: abgemeldet
2012-05-17T21:34:18+00:00 17.05.2012 23:34
Also ich bin nicht der größte Fan von One-Shots, aber ich liebe
FLuch der Karibig und das lesen hatt sich wirklich gelohnt.
DAS ist unser Captain Jack Sparrow wie wir ihn kennen und lieben.
Ich finde Jack super getroffen und lustig wie eh und je,
aber es war sehr interessant diesen sehr (nennen wir es) ungewöhnlichen Charackter mal aus sicht eines Aussenstehenden Charackters und vor allem einer Frau zu sehen.
Das lesen hat mir sehr viel spaß gemacht und ich hoffe du hast weiter so tolle ideen.
Ich finde es nur sehr schade, dass es ein One-Shot ist.

lg. Kio
✖✐✖
Von:  SlytherinPrincess
2011-07-21T10:55:03+00:00 21.07.2011 12:55
So, dann kommt hier also mein Rekommi^^

Ich fand den OS wirklich klasse und er ist dir richtig gut gelungen. Vor allem deine Darstellung von Jack Sparrow... ich hatte beim lesen wirklich das Gefühl, er steht neben mir. Du hast ihn wirkllich spitzenmäßig getroffen. Großes Kompliment.

Auch deinen Hauptchara Maria fand ich gut gelungen. Besonders, wie du immer wieder Gedanken, Gefühle und Erinnerungen in diesen doch kurzen Os eingeflochten hast, ohne ihn jedoch damit zu überladen, fand ich wirklich beeindruckend.

Kommen wir nun zu deinem Schreibstil. Ich hatte beim Lesen wirklich das Gefühl, mich selbst auf dem Schiff zu befinden, was ich wirklich nur sehr selten erlebe. Du schreibst flüssig und gleichzeitig auch detailliert, ohne den Leser dabei mit Eindrücken zu erschlagen.

Also als Fazit: Mein großes Kompliment. Die Fanfiktion ist dir wirklich super gelungen

Lg
DesmondAlucard
Re-✖✐✖
Von:  Susilein
2011-04-20T19:31:37+00:00 20.04.2011 21:31
Hallo :3,
Ich dachte ich stöber mal deine Fanfics durch und mich hat diese hier einfach angesprungen! ^^

Also die Story selbst fand ich wirklich sehr interessant. Ich fand den Anfang sehr gelungen wie du beschrieben hast wie Maria denn Boden schrubben muss, voralldingen dabei ihre gefühle und gedanken mit reingebracht hast. hab ich vorher selten gelesen. ö.ö
Marias Vergangenheit, so schlecht sie auh war da alle Brüder zur Armee gegangen sind fand ich denoch sehr tiefblickend und eindrucksvoll, ich würde davon gerne noch mehr erfahren.^^
Auch war es interessant zu lesen das keiner der Männer auf den Schiff mitbekommen hatte das sie ein Mädchen ist, obwohls Jacky mitbekommen hat.
Sein Auftritt fand ich auch mit am gelungensten. Du hast ihn gut getroffen mit seinen Kompass und seinem 'Käpten jack Sparrow, wenn ich bitten darf' das ist so typisch für ihn. XD
Marias verwirrung hast du sehr gut rübergebracht, man hat richtig gemerkt das sie mal so garnichts kapiert hat. Wenn wunders auch. ^^"
Zu deiner Reschtschreibung kann ich nur sagen das ich sie korrekt finnde, genauso wie Gramatik, aber dein Schreibstyl gefählt mir echt gut. ^^ schön flüssig und er wird nicht langweilig.
Hoffte du behälst ihn bei und schreibst weiterhin so interessante Storys denn es war ein sehr schöner OS^^

Susi
✖✐✖
Von: abgemeldet
2011-02-23T11:07:04+00:00 23.02.2011 12:07
Hi there=)

Also.. zu Anfang würde ich mich gerne dazu äussern, wie es in einem solchen Fall möglich ist, kein Feedback zu erhalten? O.ô
Ich dachte immer Fluch der Karibik wäre eigentlich ein sehr gängiges und beliebtes Thema.
Es schmerzt irgendwie wenn man sieht dass eine Story mit Potenzial, wie es diese ist, so wenig Beachtung kriegt. U.u
Aber je nach Hype(Wie es momentan z.b ganz klar Twilight ist, boar-.-) übersieht man solche Stories vielleicht mal gerne..

Ich finde deine Schreibstil wirklich ganz toll, 3 Seiten durchgehend hatte ich das Gefühl ich würde ein „richtiges“ Buch lesen XD
Währendem lesen befand ich mich gedanklich wirklich an Bord, mit diesem Arschloch von Captain und Mario alias Maria tat mir ungemein leid; P
Die Story war schön flüssig und ich bewundere die Art wie du Szenen beschreibst und sie darstellst wirklich geil, ganz im Ernst^^
Es tat mir am Ende fast schon ein wenig leid, dass es sich um eine One-Shot handelte denn die Geschichte hätte das nötige Potenzial für eine richtig geile FF.
Mangelnde Zeit ist ein Grund den ich absolut nachvollziehen kann (wie nervig ^^) aber wenn dem irgendwann so wäre, wäre ich 100 pro eine treue Leserin=)
Aber alles zu seiner Zeit ;P
Jack Sparrow ist sowieso ein sehr sympathischer Charakter meiner Meinung nach, und er sieht dazu sogar noch toll aus X)
Und ich finde die wenige Sätze die er gesprochen hat, sein Handeln und seine Bewegungen waren doch schon ziemlich gut getroffen, so wie ich es mir in einer Fluch der Karibik Story halt auch wünsche.
Auch wenn ich noch nicht wirklich viel von Marias Charakter schliessen kann, finde ich dass sie als Figur doch ganz gut reinpasst, halt schade das ich vielleicht nie mehr über sie erfahren werde =)
Ich hoffe du behältst deinen Schreibstil auch in anderen Stories bei und um das zu überprüfen werde ich auch gleich mal in deiner FF-Liste stöbern^^
Aufjedenfall, traurig aber trotzdem ein toller One-Shot :D

P.s. Der Titel der Story wäre allerdings wirklich noch ausbaufähig, aber vielleicht kommt der perfekte Titel ja noch :D

✖✐✖



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