Gefangenschaft und Lust von Lyncifer („Doflamingo x Law (Female)“) ================================================================================ Kapitel 2: Kapitel 2 -------------------- Die Sonne ging auf und die warmen Strahlen fielen in Doflamingos Schlafzimmer. Sie schienen in Laws Gesicht, kitzelten ihre Nase, so dass sie niesen musste. Law murrte, kuschelte sich an die breite Brust des blonden Mannes, der immer noch seelenruhig dalag und schlief. Langsam regte sich die schwarzhaarige Frau du öffnete ihre grauen Augen. Sie hörte die Musik, die immer noch im Hintergrund lief. Langsam richtete sie sich auf, hielt die Decke fest und fuhr sich seufzend durch die Haare. Ihr Blick richtete sich auf den Blonden, der sich auf die Seite drehte und nun mit dem Rücken zu ihr lag. Sofort wurde der Blick der jungen Ärztin mürrisch. Toll, dass wenigstens er sich wohl fühlte. Sie brummte leise und stieg vorsichtig aus dem Bett. Fast lautlos sammelte sie ihre Unterwäsche vom Boden auf und zog sich an. Law schlich zu Doflamingos Kleiderschrank und zog sich eines seiner weißen Hemden heraus. Er hatte ihr Nachthemd kaputt gemacht, also musste sie improvisieren. Und in Unterwäsche würde sie ganz bestimmt nicht durch das Schloss laufen. Das würde ihr noch fehlen, das sie von den anderen begafft werden würde. Sofort zog die schwarzhaarige Frau sich das Hemd an, welches ihr viel zu groß war. Die Ärmel waren zu lang und das Hemd selbst reichte ihr fast bis zu den Knien. Aber das war der jungen Frau gerade so egal. Sofort knöpfte sie es sich zu und ging dann aus dem Raum, schloss die Tür leise hinter sich. Sie wartete nie, bis Doflamingo aufgestanden war. Vor allem nicht, da dieser manchmal bis Mittag schlief. Und so lange wollte sie auf keinen Fall warten. Entspannt schlenderte sie durch die Flure, auf dem Weg in ihr Zimmer. Jetzt hatte sie wenigstens mal wieder Zeit das Buch fertig zu lesen, welches sie vor einiger Zeit angefangen hatte. Ihr selbst war aufgefallen, dass Doflamingo sie in letzter Zeit häufig beansprucht hatte. Es war keine Seltenheit, dass der blonde Shichibukai sie mehrere Abende hintereinander zu sich rufen ließ. Aber in letzter Zeit war es so gut wie jede Nacht so. „Law – chan.“, hörte sie Vergo säuseln und blieb stehen, schaute in die Richtung aus der die Stimme kam. Vergo kam langsam auf sie zu, hatte ein widerliches Grinsen auf seinem Gesicht. Sofort schaute sie ihn ernst an, wich ein paar Schritte zurück: „Was willst du?“ „Gar nichts.“, gab er nur zurück und kam ihr immer näher, „Anscheinend hattest du wieder Spaß mit Doffy gehabt, hm?“ „Du kannst mich mal!“, immer weiter wich sie zurück, bis sie auf die Wand hinter sich traf und dagegen presste. Er kam immer näher, stützte sich mit einer Hand an der Wand ab, als er Law direkt gegenüber stand. „Deinen Aufzug nach, war er etwas wilder als sonst, hm?“ Law knurrte. In diesem Augenblick wünschte sie sich so sehr ihre Teufelskräfte wieder. Aber durch das Armband, welches sie um ihr Handgelenk trug, waren ihre Kräfte blockiert. Ein schönes Armband, mit Kettengliedern und einem einzelnen Anhänger, der wie der Jolly Roger von Doflamingo aussah. Doflamingo hatte diesen Anhänger extra anfertigen lassen, weil er Laws Körper nicht noch weiter mit einer weiteren Tätowierung verunstalten wollte. Ihm passten schon die anderen Tatoos nicht, die sie auf ihrem Körper trug. Also hatte er sich etwas anderes ausgedacht. Das Armband mit dem Anhänger. Beides war mit Seestein ummantelt und verhinderte, dass Law ihre Teufelskräfte nutzen konnte. Sie fühlte sich dann immer so wehrlos. „Wenn du mich anrührst, dann werde ich das Doflamingo erzählen. Und du weißt, dass er das nicht ausstehen kann, wenn mich jemand, außer ihm, anfasst.“ „Ich fasse dich doch nicht an, Law.“, schnurrte Vergo grinsend, „Ich wollte mich nur ein bisschen mit dir unterhalten.“ „Ich will aber nicht mir dir reden, Vergo!“, zischte die junge Ärztin gereizt. Vergo wollte zum Sprechen ansetzen, als plötzlich Diamates Stimme erklang: „Ah, Vergo. Da bist du ja.“ Law und Vergo schauten zur Seite und Vergo entfernte sich sofort etwas von der Schwarzhaarigen. Diamante schlenderte währenddessen immer weiter auf die beiden zu. „Kann ich etwas für dich tun, Diamante?“, fragte Vergo ruhig und hatte den Blick immer noch auf den Größeren gerichtet. „Ja, allerdings.“, erwiderte der großgewachsene Mann und blieb vor den beiden stehen, „Lao G und Jola suchen dich. Sie sagten, dass sich dich sprechen wollen.“ Vergo nickte nur und entfernte sich schließlich von den beiden. „Danke.“, Law schaute Diamante an. „Keine Ursache.“, erwiderte er, während er Vergo hinterher schaute, „Doffy hat mich gebeten ein Auge auf dich zu haben. Nur für den Fall, dass einer von unseren Leuten nicht auf seinen Befehl hört.“ „Ich … ich habe Angst vor Vergo …“, flüsterte sie leise und senkte den Blick. Das war die Wahrheit. Sie hatte panische Angst vor ihm. Er war ein Monster. „Ich weiß.“, sprach Diamante und legte eine Hand auf ihre Schulter, „Du musst nur auf Doffy hören. Dann tut Vergo dir nichts.“ Law seufzte leise und nickte nur. Sie spürte, wie seine Hand von ihrer Schulter glitt. Diamante streckte sich: „Ich wird jetzt erst mal frühstücken gehen.“ Dann schaute er sie mit seinen blauen Augen an: „Ach ja. Da fällt mir ein, dass Doffy heute mit dir frühstücken wollte.“ Law schaute überrascht zu ihm hoch: „Mit mir frühstücken? Das ist ja was ganz neues.“ „Ja. Er hatte gestern diesen Wunsch geäußert.“, erwiderte er, „Draußen im Garten ist bereits alles gedeckt.“ Die schwarzhaarige Ärztin nickte leicht: „Danke.“ Der größere Mann nickte nur und ging schließlich. Sie schaute ihm noch hinterher, dann ging sie langsam weiter, Richtung Garten. Sie überlegte warum Doflamingo mit ihr frühstücken wollte. Das war sonst nicht ihre Art. Er hatte doch irgendetwas vor. Draußen angekommen richtete die junge Frau ihren Blick auf den großen Pool. Das Sonnenlicht schimmerte in dem blauen Wasser und die leichte Brise ließ kleine Wellen entstehen. „Guten Morgen, Law – sama.“, wurde sie auch gleich begrüßt und schaute zur Seite. Eine junge Sklavenfrau stand neben ihr und verbeugte sich respektvoll. Die Sklavin hatte ihre blonden Haare zu einem geflochtenen Zopf zusammen gebunden. Langsam richtete sie sich wieder auf, hielt ihren Blick jedoch gesenkt. Doflamingo mochte es nicht, wenn die Sklaven ihn oder seine Familie direkt anschauten. Wer es dennoch tat, wurde hart bestraft. Einmal hatte Vergo einem Bediensteten ein Auge ausgestochen, weil dieser es gewagt hatte Sugar an zu schauen. Das war hart gewesen. Am Ende musste Law sich um den Mann kümmern und sein Auge verbinden. Sie hatte wirklich schon vieles in ihrer Laufbahn gesehen, aber das war sogar für sie fast zu viel. „Guten Morgen.“, erwiderte sie in einen ruhigen Ton und schaute die Sklavin ruhig an. „Bitte, folgt mir.“, sprach die Sklavin leise und bat mit einer Geste ihrer Hand, ihr zu folgen. Sie ging voraus, Law folgte ihr stumm. Die blonde Sklavin führte sie an einen gedeckten runden Tisch. Ohne zu zögern rückte sie den Stuhl zurück, deutete mit der Hand das Law sich setzen sollte. Die Schwarzhaarige setzte sich und wurde von der Sklavin an den Tisch geschoben. „Danke.“, sprach Law ruhig und das Dienstmädchen schaute überrascht und lächelte leicht: „Keine Ursache. Wenn Ihr mich jetzt entschuldigt, würde ich jetzt den jungen Meister wecken.“ „Ja, ok. Mach das.“, waren Laws Worte gewesen und das Dienstmädchen verbeugte sich und ging schließlich. Law blieb alleine zurück. Sie seufzte und schaute zum Himmel. Es war ein glasklares Wetter, keine Wolke war am Himmel. Herrliches Wetter. Ihr Blick glitt zu dem reichlich gedeckten Tisch, an dem sie saß. Brötchen, Onigiri, verschiedene Beilagen, Eier in verschiedenen Variationen. Ebenfalls waren die Getränke verschieden. Fünf verschiedene Säfte, Kaffee, Milch und Tee. Ein üppiges Frühstück, wenn man es nicht gewohnt wäre. Aber Law kannte es. Immerhin lebte sie bereits ein Jahr hier. Nach einer Weile hörte sie Schritte und schaute zu Doflamingo der zusammen mit der Sklavin an den Tisch kam. „Guten Morgen, Law.“, der blonde König grinste breit, während er sich Law gegenüber an den Tisch setzte. „Morgen.“, erwiderte Law ruhig und schaute dann zu dem Dienstmädchen, welches neben Doflamingo stehen geblieben war. „Du kannst gehen.“, sprach er und winkte sie mit einer Handbewegung davon. Sie verbeugte sich und verschwand sofort wieder. Law schaute ihr hinterher, richtete ihren Blick dann auf ihren Gegenüber. Doflamingo grinste breit, belegte sich währenddessen ein Brötchen. „Warum wolltest du mit mir frühstücken?“, fragte die junge Frau, während sie sich ein Onigiri nahm. Der blonde König zuckte mit den Schultern: „Warum denn nicht? Darf ich nicht mit meiner Lieblingsärztin frühstücken?“ Sie zuckte leicht mit den Schultern und biss von ihrem Essen ab. „Außerdem wollte ich dir etwas erfreuliches mitteilen.“, fügte er noch hinzu, bevor er von seinem Brötchen abbiss. „Etwas erfreuliches?“, fragend schaute sie ihn mit ihren grauen Augen an. Doflamingo nickte und grinste breit: „Da du dich seit langer Zeit sehr gut benommen hast und immer getan hast was ich dir sage, habe ich mich entschlossen dir eine kleine Freude zu machen.“ Law schaute ihn überrascht an. Sie wusste, dass sie Strafen bekam, wenn sie nicht hörte. Aber dass er sie jetzt für ihr gutes Benehmen belohnen wollte, hatte sie nicht gedacht. Und sie fragte sich wirklich, was diese Belohnung wohl war. „Ich habe beschlossen deinen Plüschbären herbringen zu lassen.“, sprach er schließlich. Laws Augen wurden größer. Sie dachte, sie hätte sich verhört. „Du lässt Bepo herkommen?“, fragte sie ungläubig, „Wirklich?“ „Ja.“, Doflamingo grinste, „Aber, wenn er bleiben soll, musst du dich weiterhin benehmen, meine Liebe.“ „Ja, natürlich.“, erwiderte Law ruhig, „Ich weiß ja, was mir sonst blüht.“ Der Shichibukai grinste zufrieden: „Hervorragend.“ Dann aß er weiter. Law ebenfalls. Während sie weiter aß, dachte sie daran, dass Bepo bald herkommen würde. Einerseits freute sie sich, einen aus ihrer Crew wieder zu sehen. Andererseits war es ihr unangenehm Bepo sagen zu müssen, warum er plötzlich zu ihr durfte. Natürlich würde er sich Sorgen machen und versuchen sie zu beschützen. So wie immer. Aber sie würde ihn schon beruhigen. Da war sie sich ganz sicher. Nach dem Frühstück hatte Doflamingo darauf bestanden mit Law noch im Garten zu bleiben. Er saß auf einem Liegestuhl, am Pool. Law saß zwischen seinen Beinen und hatte sich an ihn gelehnt. Sie merkte, wie er die Knöpfe ihres Hemdes öffnete und seine Finger dann hauchzart über ihren Bauch strichen. Sie ließ es zu. Immerhin wollte sie ihn nicht verärgern und sich die Chance vermiesen, wenigstens Bepo wieder zu sehen. „Dein Kuschelbär wird heute Abend hier ankommen, meine Liebe.“, sprach Doflamingo nach einer Weile und streichelte sanft ihren Bauch weiter. Law nickte leicht: „Ok.“ Ihr Blick fiel auf das Wasser, welches immer noch im Sonnenlicht schimmerte: „Aber … man wird ihm doch nichts tun, oder?“ „Natürlich nicht.“, erwiderte er sofort, „Deinem Teddy wird nichts passieren. Versprochen.“ Die junge Frau nickte nur und schloss ihre Augen. Still genoss sie Doflamingos Streicheleinheiten. Es kam selten vor, dass er sie so sanft berührte, ohne dass sie Sex hatten. Eine Seltenheit, die sie aber sehr mochte. Obwohl sie das vor dem Blonden niemals zugeben würde. Den Triumph würde sie ihm nicht geben. Es reichte ihr schon, dass er sie sonst unter Kontrolle hatte. Da wollte sie ihm gegenüber nicht noch Schwäche zeigen, indem er merkte dass ihr seine Berührungen gefielen. Plötzlich nahm er ihre Hand, legte sie auf seine und verschränkte ihre Finger miteinander. Sie ließ es zu, erwiderte den Druck allerdings nicht. Es war seltsam, dass er plötzlich so viel Nähe zu ihr suchte. Er schien sich regelrecht nach ihren Berührungen zu sehnen. „Was ist los mit dir?“, fragte sie nach einigen Momenten leise. „Nichts. Was soll sein?“, erwiderte der blonde Shichibukai mit einer Gegenfrage. „Sonst willst du nie so viel Nähe.“, Law schaute ihn an. Doflamingo zuckte mit den Schultern: „Warum denn nicht? Darf ich dich nicht ein bisschen berühren, ohne dass wir Sex haben?“ „Es ist so selten.“, sprach sie und schaute wieder zum Wasser, „Außerdem weiß ich, dass etwas nicht stimmt. Sonst würdest du das nicht tun.“ Doflamingo seufzte: „Ok, ok. Ich genieße es einfach mal, dich ganz für mich zu haben. Es ist so ein wundervolles Gefühl, dich ganz für mich zu haben und dich nicht mit irgendwem zu teilen.“ „Ja, mich nicht zu teilen.“, gab Law in einem eindeutigen Ton zurück. Sie wusste, dass sie der Hauptgrund war, weshalb Doflamingo ihre erste Liebe getötet hatte. Seitdem war kein Tag vergangen, an dem Law sich nicht Rache geschworen hatte. Sie wollte es für Ihn tun. „Law …“, sprach Doflamingo leise, „Er hatte uns verraten. Ich wollte nicht, dass er dir schadet.“ „Er hat mir nie geschadet!“, zischte sie und entfernte sich von ihm, „Er wollte mich nur beschützen!“ „Law!“, Doflamingo setzte sich auf und schaute die junge Ärztin ernst an, „Ich wollte dich nur beschützen!“ „Er wollte mich auch beschützen!“, ernst erwiderte sie seinen Blick, „Und zwar vor dir!“ „Ich hätte dir nie ein Haar gekrümmt!“, der blonde König wurde langsam wütend. Er wollte nicht mit Law diskutieren. Sie verstand ihn einfach nicht. Nein, sie wollte ihn nicht verstehen. Sie wollte einfach nicht verstehen, dass er sich immer nur Sorgen um sie gemacht hatte. Dass er sie beschützen wollte. „Du bist ein Monster!“, rief sie plötzlich, „Du bist ein grausames Monster, Doflamingo! Ich weiß das, und er wusste das auch!“ Dann stand sie auf und lief davon. „Law!“, rief er ihr wütend hinterher, blieb aber sitzen. „Du bist ein Monster!“ Diese Worte waren verletzend für Doflamingo gewesen. Er hatte diese Worte niemals von Law hören wollen. Niemals! Er biss die Zähne zusammen. Das war alles nur die Schuld seines Bruders! Ja, es war alles Corazons Schuld! Warum musste Law sich auch ausgerechnet in ihn verlieben? Warum konnte sie nicht einfach bei ihm bleiben? Warum sein Bruder? Warum dieser stumme Krüppel?! Wütend stand er auf, warf den Tisch um, an dem er und Law gemeinsam gefrühstückt hatten. Alles fiel zu Boden. Die Gläser, Tassen, Kannen und Teller gingen zu bruch und das Essen lag verteilt auf dem gepflasterten Boden. Sofort kamen ein paar Sklaven an, die den Blick gesenkt hatten. „Wegräumen!“, befahl der Blonde wütend. Die Sklaven zuckten zusammen, machten sich sofort an die Arbeit. Doflamingo schnaubte, ging währenddessen rein. Er musste sich abregen. Sofort viel ihm eines der Sklavenmädchen ins Auge, welches gerade eines der Fenster putzte. „Du!“, rief er und das Mädchen zuckte, drehte sich langsam zu ihm um und hielt ihren Blick gesenkt. „Ja … eure Hoheit?“, fragte sie vorsichtig und schluckte leicht. „Komm sofort mit!“, befahl er mit kalter Stimme. Sofort legte das Mädchen alles beiseite, verbeugte sich und folgte dem König stumm in sein Schlafzimmer. Sie schluckte noch einmal, bevor sie langsam den Raum betrat und hörte, wie Doflamingo die Tür hinter ihr schloss. Law lag auf ihrem Bett und drückte weinend ihren Kopf ins Kissen. Es tat weh. Der Streit mit Doflamingo hatten die alten Wunden wieder auf gerissen. Ihr wurde wieder schmerzlich bewusst, wie sehr sie Corazon vermisste. Wie sehr sie es vermisste, von ihm in den Arm genommen zu werden. Sein Lächeln zu sehen. Seine Wärme zu spüren. Alles hatte sie für immer verloren. Sie wischte sich schniefend die Tränen weg und öffnete die Schulblade ihres Nachttisches, holte ein gerahmtes Foto heraus. Das war das letzte Foto von ihr und Corazon. Auf diesem Foto war sie sechzehn Jahre alt. Corazon saß im Schneidersitz auf dem Boden und grinste. Law stand hinter ihm, hatte ihre Arme um seinen Hals gelegt und lächelte in die Kamera. Law schniefte leise und setzte sich auf ihr Bett und betrachtete das Foto, welches sie in ihren Händen hielt. Tränen tropften auf das Glas. Sie ließ es zu, beobachtete die Tropfen stumm. Kein Laut kam von ihren Lippen und sie schaute weiter das Foto von sich und Corazon an, fing an in Erinnerungen zu schwelgen. Immer weiter driftete die junge Schwarzhaarige in die Vergangenheit. Bis zu jenem Schicksalshaften Tag … Sanft setzte Corazon Law in die große Holzkiste. Das Mädchen schaute ihn besorgt an, kniete sich hin und legte ihre Hände auf den Rand der Truhe: „Cora – san … Was hast du vor?“ „Mach dir keine Sorgen, Law.“, erwiderte der blonde Mann mit dem schwarzen Federmantel und lächelte leicht, „Es wird alles gut werden.“ „Cora – san!“, sprach Law deutlicher und Besorgnis spiegelte sich in ihren Augen wieder, „Bitte. Sag mir, was du vor hast.“ „Law.“, sanft legte er seine Hände auf die Schultern des schwarzhaarigen Mädchens, „Egal was passiert. Du darfst dich selbst niemals aufgeben. Du musst immer stark bleiben. Lass dich niemals unterkriegen. Egal was passiert.“ „Cora – san!“, mit großen Augen schaute sie ihn an, „Bitte. Du musst fliehen, Cora – san. Doflamingo wird dich jagen. Er wird dich …“ Sie sprach nicht weiter. Sein lächelndes Gesicht verunsicherte sie. Lächelnd schlang er seine Arme um sie, drückte sie sanft an sich. „Es wird alles gut, Law.“, flüsterte er leise, „Du wirst leben und zu einer wundervollen Frau heranwachsen. Schade … dass ich das nicht mehr sehen werde ...“ Law Augen weiteten sich und Tränen bahnten sich langsam einen Weg nach draußen. Langsam löste der Blonde sich von ihr und hauchte ihr einen Kuss auf die Stirn, bevor er eine Hand auf ihren Kopf legte. „Stille.“, sprach er und nutzte seine Teufelskräfte. Law bewegte die Lippen, sagte etwas, konnte aber keinen Laut hervor bringen. Erschrocken schaute sie ihn an. Er hatte seine Kräfte bei ihr eingesetzt. Saft strich er noch einmal durch ihr schwarzes Haar, dann drückte er sie sanft runter und schloss die Kiste. Law kauerte sich zusammen und zitterte als sie von draußen Schritte hörte. Corazon setzte sich vor die Truhe, schaute seinen großen Bruder an, der vor ihm stand und eine Waffe auf ihn richtete. „Warum hast du mich verraten, Corazon?“, fragte Doflamingo und schaute seinen Bruder, durch die getönten Gläser, scharf an. „Es war die einzige Möglichkeit, um Law zu retten.“, erwiderte der Jüngere von beiden ruhig. „Wir hätten bestimmt auch eine andere Möglichkeit gefunden. Hättest du mich eingeweiht, hätte ich dir bei der Suche geholfen.“, Doflamingos Stimme klang etwas ruhiger, aber dennoch scharf, „Ich hätte nicht zugelassen, dass Law stirbt.“ „Und ich kann nicht zulassen, dass sie weiter deinem schlechten Einfluss ausgesetzt wird.“, sprach Corazon deutlich und entschlossen, „Sie ist so ein liebes und wundervolles Mädchen. Wenn sie weiter unter deinem Einfluss steht, wirst du sie nur verderben und ein Monster aus ihr machen. Genauso ein Monster, dass du selbst bist.“ Doflamingo biss die Zähne zusammen. Noch nie hatte ihn sein Bruder Monster genannt. Noch nie. „Was ist nur aus dir geworden.“, fügte Corazon bedauernd zu, „Du warst früher schon schlimm, aber in den letzten Jahren, seit du Vater getötet hast, bist du zu einem regelrechten Monster geworden. Und du ziehst alle, die dich umgeben, mit in diese Dunkelheit. Auch Law. Und dass werde ich nicht zulassen.“ „Du bezeichnet mich als Monster, ja?“, erwiderte der Ältere der Brüder, „Das sagst du? Du elender Verräter? Halte mir keine Vortrage, du Krüppel. Du hast mich, deinen eigenen Bruder, hintergangen und verraten. Also nenn mich nicht Monster.“ Mit dem Rücken knallte Corazon gegen die Truhe, als geheimes Zeichen, um Laws Aufmerksamkeit zu bekommen. Das schwarzhaarige Mädchen schaute auf, obwohl sie nur Dunkelheit um sich hatte. Sie hatte alles gehört, was die beiden Donquixotte – Brüder redeten. Aber sie hatte die Worte nicht wahrgenommen. Erst in diesem Augenblick, als Corazon gegen die Truhe stieß, wurde sie aufmerksam. „Es tut mir leid.“, hörte sie ihn sagen. Langsam ging sie auf die Knie und lauschte seinen Worten. „Ich wollte dich nie belügen. Aber es ging nicht anders.“, sprach der blonde Mann mit der roten Mütze weiter. Law wusste, dass diese Worte nicht an Doflamingo, sondern an sie gerichtet waren. „Ich wollte es dir so oft schon sagen. Ich wollte dir so oft sagen, dass ich in Wirklichkeit zur Marine gehöre. Aber, du hast immer so abfällig und hasserfüllt von der Regierung gesprochen, dass ich es nicht übers Herz gebracht habe.“, langsam schloss Corazon seine Augen halb, „Ich wollte nicht von dir gehasst werden. Nur deshalb habe ich es dir nicht gesagt.“ Law nickte leicht. Sie verstand es. Aber, sie konnte ihn niemals hassen. Ganz im Gegenteil. Sie liebten ihn zu sehr, um für ihn Hass empfinden zu können. „Das war ein Fehler, Corazon.“, sprach Doflamingo und entsicherte seine Pistole, zielte auf das Herz seines kleinen Bruders, „Du weißt, was mit Verrätern passiert, nicht wahr?“ Corazon nickte nur stumm. Er wusste, dass er nicht überleben würde. Doflamingo würde ihn töten, egal was er noch sagen würde. „Gut, aber eines will ich noch wissen.“, gab der Ältere von sich, „Wo ist Law?“ „Nicht hier.“, gab der Jüngere sofort zurück, „Ich habe ihr geraten zu fliehen, nachdem Vergo uns angegriffen hat. Wahrscheinlich hat sie schon längst, auf einem der Schiffe, genommen und die Insel verlassen. Egal wo sie hingegangen ist … DU wirst sie niemals finden.“ Erneut biss Doflamingo die Zähne zusammen. Das war es nicht, was er hören wollte. Er wollte Law zurück. Er wollte sie zurückhaben. Sie sollte wieder in seiner Familie sein. Dahin, wo sie seit ihrer Aufnahme in seine Bande hingehörte. Das Mädchen, welches er schon lange kannte und welches er so lieb gewonnen hatte. Er wusste um die Hartnäckigkeit seines Bruder, aber dennoch hatte er gehofft, dass er ihm sagen würde, wo Law hingegangen war. „Wenn du es mir nicht sagen willst, dann hast du für mich keinen Wert mehr.“, sprach Doflamingo, während er weiter die Waffe auf seinen Bruder richtete. „Sayonara.“, war sein letztes Wort gewesen und er drückte den Abzug. Ein lauter Knall ertönte und Corazon knallte gegen die Truhe. Noch ein Schuss und noch eine Wunde. Dann noch ein dritter Schuss. „Junger Meister.“, sprach Jola, die zusammen mit den anderen zu ihm kam und etwas von ihm entfernt stehen blieb. „Machavise.“, sprach Doflamingo, während er auf den regungslosen Körper seines Bruder schaute. „Nimm die Truhe mit. Wir gehen.“, somit drehte er Corazon den Rücken zu und ging an seinen Leuten vorbei. Die anderen folgen ihn und Machavise hievte die Truhe auf seine Schulter, ließ Corazon einfach nach hinten fallen. Dann folgte er den anderen. Nach einer Weile öffnete Law vorsichtig den Deckel. Machavise bekam davon nichts mit, ging seelenruhig weiter. Leise kletterte das schwarzhaarige Mädchen heraus, ließ sich in den Schnee fallen. Tränen liefen an ihren Wangen hinunter und weinend ging sie weiter, in die entgegengesetzte Richtung von Doflamingo und seinen Leuten. Sie weinte weiter, aber kein Laut kam über ihre Lippen. Sie merkte es nicht, das Corazons Teufelskräfte immer noch aktiv waren. Es schneite, während das schwarzhaarige Mädchen weiter weinte und sich einen Weg durch den Schnee bahnte. Corazon lag im Schnee, hatte die Augen geschlossen. Ein sanftes Lächeln zierte seine Lippen. Du bist in Sicherheit, Law., dachte er zufrieden, Ich muss noch durchhalten. Solange, bis ich mir sicher sein kann, das sie in Sicherheit ist. Er öffnete seine Augen halb, schaute zum bewölkten Himmel. Er spürte, wie seine Kräfte ihn verließen. Seine Lieder wurden schwerer, aber er hielt tapfer durch. Zu sehr wünschte er sich, dass Law in Sicherheit war. Weit weg, von seinem Bruder. Er seufzte leise: Law … Ich hab dich … lieb … Dann fielen ihm langsam die Augen zu und alles wurde schwarz. Corazons Teufelskraft erlosch und Law weinte, während sie sich in den weichen Schnee kniete. Ihre Tränen tropften auf den Schnee. Sie weinte weiter und ihr Wimmern war klar zu hören. „Cora – san …“, wimmerte und krallte ihre Finger in den schneebedeckten Boden, „CORA – SAN!!!“ Stumm weinend saß Law auf dem Bett, drückte das Foto fest an ihre Brust. Es tat so weh. Die Erinnerung schmerzte. Sie hatte ihn verloren. Für immer. Und sie hatte nichts tun können. Sie war schwach gewesen. Heftig fing sie an zu zittern, ließ sich auf die Seite fallen und kauerte sich zusammen. Weiter liefen die Tränen über die Wangen. Ihr Körper spannte sich an und fast schon verzweifelt presste sie das Bild an sich. In diesem Moment wünschte sie sich Corazon so sehr an ihre Seite. So sehr wollte sie von ihm getröstet und in den Arm genommen werden. Aber, die schmerzliche Wahrheit ließ das nicht zu. Corazon war nicht mehr da. Er war tot und nichts konnte ihn zurück holen. Leise wimmerte sie drückte ihr Gesicht ins Kissen. Noch eine Weile weinte sie leise, bis sie irgendwann langsam einschlief. Doflamingo schloss seine Hose wieder und warf einen verachtenden Blick auf die Sklavin, die nackt und leise wimmernd am Boden kniete und ihre Sachen zusammen suchte. Ihr ganzer Körper mit blauen Flecken überhäuft. Zitternd zog sie sich an, wagte es nicht einmal den blonden Shichibukai an zu schauen. „Mach das du raus kommst!“, sprach er schraf. Sofort verbeugte sie sich und verließ fast fluchtartig den Raum. Doflamingo seufzte, fuhr sich durch sein blondes Haar. Sich an der Sklavin ab zu regen tat ihm gut. Aber leider war seine Laune nicht viel besser, als davor. Er war immer noch wütend auf Law. Wie konnte sie nur so mit ihm reden? Nach allem, was er für sie getan hatte. Er hatte sie gerettet, hatte sie bei sich aufgenommen. Und was war der Dank dafür? Sie nannte ihn Monster. Und alles nur wegen seinem Bruder. Er hatte sie verdorben, ihr Lügen in den Kopf gepflanzt hatte. Corazon war es, der ihr eingeredet hatte, das er ein Monster war. Doflamingo knurrte gereizt, als es plötzlich an der Tür klopfte. „Was?!“, zischte er genervt. Die Tür öffnete sich und Baby 5 trat in den Raum und verbeugte sich: „Verzeiht die Störung, junger Meister. Ich wollte nur bescheid sagen, dass wir den Eisbären hergebracht haben.“ Doflamingo schaute sie an. Laws Plüschbären hatte er total vergessen. Eigentlich hatte Law es gar nicht verdient, ihren heißgeliebten Teddy zu sehen. So respektlos, wie sie heute Morgen mit ihm geredet hatte. Er ließ seine Hände in seinen Hosentasche verschwinden und schaute aus dem Fenster: „Gut. Bring ihn zu Law.“ Erneut verbeugte sich da schwarzhaarige Dienstmädchen: „Ja, junger Meister.“ Somit schloss sie die Tür hinter sich und ging den langen Flur entlang, bis in die Eingangshalle. Bepo stand dort, zusammen mit Lao G und Buffalo. Der weiße Bär war sichtlich verunsichert und fühlte sich in dieser Umgebung einfach nicht wohl. Vor allem wusste er nicht, was ihn erwartete. Immerhin war er hier im Heim des Feindes. Er schluckte leicht. Am liebsten würde er wieder von hier verschwinden. Aber Law war hier. Und dies war seine einzige Chance, wieder bei ihr zu sein. Er wollte wieder an der Seite seines Käpt’ns sein. Ihr beistehen, wie früher auch. „Herr Eisbär.“, sprach Baby 5, als sie an der obersten Treppe stehen geblieben war. Bepo schaute zu ihr hoch. Mit einer einladenden Handbewegung deutete das Dienstmädchen ihm zu folgen. Noch einmal schluckte Bepo und stieg langsam die Treppen hoch. Baby 5 ging voraus, als der Eisbär die letzten Stufen erreicht hatte. Er folgte ihr stumm durch die langen Flure. Er schaute sich um, betrachtete die Bilder, die an den Wänden hingen. Vor einem Bild blieb er stehen. Auf dem Bild war eine einzelne Krähe in einer friedlichen Winterlandschaft. Ein paar einzelne schwarze Federn wehten ihm Wind. Stumm schaute er mit seinen schwarzen Knopfaugen dieses Gemälde an. „Das ist Laws Lieblingsbild.“, sprach Baby 5 und stellte sich neben ihn. Bepo schaute sie an: „Ihr Lieblingsbild?“ Sie nickte leicht: „Ja, es erinnert sie an jemanden. Jetzt komm.“ Dann ging sie weiter. Einen Augenblick blieb der Eisbär noch stehen, dann ging er ihr hinterher. Sie gingen weiter, bis sie an Laws Zimmer ankamen und vor der Tür stehen blieben. Hosted by Animexx e.V. (http://www.animexx.de)