Zum letzten Mal von Zofenluder (Abschied. Trennung.) ================================================================================ Kapitel 1: ----------- Er hatte Blumen gekauft. Ganz klischeehaft. Bela starrte den Strauß weißer Rosen in seinen Händen an. Symbol für ewige Liebe, hatte die Blumenverkäuferin gesagt und ihn dabei traurig und mitfühlend angelächelt. Ein bitteres Lachen. Und dann klingelte er, zubbelte sein Jackett glatt, kam sich vor wie ein pubatärender Jugendlicher, welcher er nie war. Farin öffnete und lächelte Bela unsicher entgegen. Keine langen Begrüßungen. "Komm rein..", meinte Farin leise, trat aus der Türe um Bela an sich vorbeilassen zu können. Als er den Strauß in Belas Händen sah, musste er trotz allem schmunzeln. "Ich hoffe doch mal, die sind nicht für mich?" Bela drehte den Strauß fast schon ein wenig nervös in den Händen hin und her, ehe er ihn Farin einfach in die Hand drückte. "Weiße Rosen?" Bela nickte und sah zu dem Blonden auf. "Symbol für ewige Liebe.", flüsterte der Ältere und presste die Lippen aufeinander, sah Farin schwach lächelnd in die Augen. Jan sah die Blumen in seinen Händen an, betrachtete sie einige Zeit, ehe er beide Arme um den Kleineren schlang und dessen Gesicht an seine Halsbeuge drückte. Sie benötigten keine Worte. Nur den jeweils Anderen. "Ich liebe dich." Er hörte die Worte nicht, spürte sie vielmehr an seinem Hals, spürte Bela Lippen dort. Es war eine bedrückende Stimmung zwischen ihnen, schon seit Tagen. Belas tränenerstickte Stimme riss Farin wieder aus seinen Gedanken. "Ich... ich liebe dich.", wiederholte er leise und lächelte Farin traurig an und dieser nahm einfach Belas so schönes Gesicht in die Hand und küsste ihn mit solch einer Verzweiflung. "Ich liebe dich doch auch, mein Kleiner." Ein Flüstern, ein Nicken seitens Bela. Einige Minuten standen sie so da, Farin den Kleineren im Arm und sie beide weinten. Sie wussten, dass es ihr letzter gemeinsamer Abend auf solch eine intime Art und Weise sein würde. Farin nahm Belas so zierliche, beringte Hand, umschloss sie sanft und wies Bela so in die Wohnung, gleich in das Schlafzimmer. Bela ließ sich auf das große Bett sinken, strich abwesend über die Laken. Das Bett... es war ihm schon so vertraut, genauso wie der Rest der Wohnung. Wieviele Nächte hatte er schon hier verbracht? Bela wusste es nicht. "Sie..sie ist schwanger..", schluchzte Bela und Farin nickte. Der Blonde hatte sich mittlerweile neben Bela gelegt, nahm den weinenden Liebhaber sanft in den Arm und hauchte beruhigende Liebkosungen in dessen Ohr. "Ich weiß..." Bela schniefte, schmiegte sich an seinen Freund. "Ich...ich werde dich so vermissen.." Farin presste die Lippen aufeinander, strich dem Kleineren durch die Haare, streichelte ihn liebevoll. "Ich bin doch nicht aus der Welt. Wir sehen uns doch weiterhin so oft." Doch er war sich klar, was Bela meinte. Sie würden sich weiterhin des Öfteren sehen, würden zusammen weggehen, für Konzerte proben, Konzerte geben. Aber sie würden sich nie wieder so nahe kommen können. Bela hatte seiner Freundin gesagt, er würde heute mit Jan einen kleinen Junggesellenabschied feiern. Heute, der letzte Tag vor der Hochzeit. Sie konnte ja nicht wissen, dass Bela und Farin seit über zwei Jahren mehr oder weniger ein Paar waren. Klar, Farin und Bela hatten immer wieder Freundinnen. Doch diese waren nur nebensächlich. Die einzige wichtige Person, die sie jeweils liebten, war immer der Andere der Beiden. Doch dann war es passiert. Sie hatten nicht verhütet und seine Freundin wurde schwanger und zwang ihn, Bela B., mehr oder weniger zu einer Heirat. Und er hatte eingwilligt. Aber sie forderte immer mehr von ihm. Der Kontakt zu Jan sollte immer weniger werden. Ahnte sie etwas? "Mein Schöner... hör auf zu weinen...", flüsterte Farin sanft und nahm Belas Gesicht in seine Hände, küsste ihn zart. Er schmeckte die salzigen Tränen und ihm kam es vor, als würde er die Verzweiflung von ihnen beiden schmecken. Während sie miteinander schliefen, sprach keiner der beiden ein Wort. Viel zu zerbrechlich schien der Moment, ihr letztes Mal. Sie waren so zärtlich, so unfassbar zärtlich zueinander, als wäre es ihr erstes, nicht ihr letztes Mal. Als sich Farin neben den Kleineren ins Bett kuschelte, zog er Bela in seinen Arm, drückte einen liebevollen Kuss in dessen Nacken. "Lass uns schlafen, ja?" Bela nickte leise, drehte sich zu seinem Freund und küsste ihn noch einmal, ehe sie beide einschliefen. Farin schlief noch, als Bela aus der Dusche kam. Es kam selten vor, dass Bela vor dem Blonden wach war. "Jan? Ich..ich muss dann los.." Er hatte ihr versprochen, bis spätestens mittags zuhause zu sein. "Ich will nicht, dass du gehst.." Mit diesen Worten schlug Farin die Augen auf und sah Bela verzweifelt an. "Ich will nicht, dass du mich verlässt. Wegen ihr.." Bela seufzte leise und strich Farin durch die Haare. "Ich muss.." "Ja ich weiß, tut mir leid. Ich hätte nicht anfangen sollen.." Farin richtete sich auf und fuhr sich über das Gesicht, durch die Haare. Sooft hatten sie diese Disskusion schon geführt, doch nichts hatte sich geändert. Er biss sich leicht auf die Unterlippe, sah zu Bela hoch. "Bekomm ich noch einen Kuss...?" Bela nickte, setzte sich in voller Montur, Mantel, Stiefel, an den Bettrand und nahm Farins Gesicht in beide Hände, küsste ihn so sanft und liebevoll und ehrlich wie er nur konnte. Und Farin erwiderte diesen Kuss weinend. Er wusste, es würde der Letzte sein. Hosted by Animexx e.V. (http://www.animexx.de)