Murderer's last breathe von DangoRamen ================================================================================ Kapitel 1: child's frist words. ------------------------------- Geniessend schloss er die Augen, tat einen tiefen Atemzug, bevor er sie ruckartig wieder aufschlug. Zu kostbar war jeder Augenblick, jedes Bild vor seinen Augen. Aufmerksam wanderten die dunklen Augen umher, schienen überall gleichzeitig zu sein, und doch nur auf die Person vor ihm fixiert. Wohlig lauschte er dem gefährlichen Röcheln, als sich seine Hände noch etwas fester um seinen Hals legten. Er zog jedes Wimmern ein wie die Luft, die er zum Atmen brauchte, konnte einfach nicht genug bekommen. Seine Hände schwitzten vor Aufregung, während sich eine leichte Gänsehaut über seine Arme zog. Oh ja, er genoss diesen Augenblick aus vollen Zügen. Wie lange hatte er darauf gewartet? Wie oft hatte er sich diesen Moment herbeigesehnt? Er wusste es nicht mehr. Zu oft hatte sich diese Vorstellung in seinen Gedanken abgespielt, um sie von mal zu mal zu verfeinern. Um vor Sehnsucht die Jahre über nicht völlig verrückt zu werden. Er wusste das dieser Tag irgendwann kommen würde. Er hielt inne, als er den immer schwächer werdenden Widerstand des anderen bemerkte. Nein, so schwer es auch fiel, er musste sich zurück halten. So schnell würde er ihn nicht sterben lassen. Herausfordernd lockerte er den Griff um den Hals des Mannes ein Stück, behielt seine Hände aber noch fest genug an Ort und Stelle. Mit Genugtuung sah er, wie die Atemzüge des anderen sofort wieder schneller wurden. Hektisch bewegte sich der Hals des anderen unter seinen Fingern und er spürte jedes kleine, panische Luftholen. "Sieh mich an." raunte er. Und auch wenn es wie eine Bitte klang - beide wussten, es war ein Befehl gewesen. "Ich will dir in die Augen sehen, wenn ich dich töte." Zögernd richteten sich die erschöpften Augen wieder auf ihn. Beide wussten, das er nun keine andere Wahl mehr hatte. Er wusste, das sein Leben bereits besiegelt war, trotzdem hörte er auf den Russen und starrte ihm entgegen. Es war sinnlos, auf Gnade zu hoffen. Trotzdem konnte er nicht verhindern, das seine Augen einen flehenden Ausdruck annahmen. Aber als er sah, wie der andere plötzlich inne halten und über irgendetwas nachzudenken schien, keimte ein neues Stück Hoffnung in ihm auf. Es war mitten in der Nacht, seine Beine und Arme waren verletzt, sein Mund notdürftig mit einem Stück Stoff verbunden. Aber auch das Schreien hätte ihm nichts genützt. Die wenigen Bediensteten hatten nach langem Gezanke einen Tag frei bekommen. Noch dazu lag die Villa viel zu abgeschottet vom Rest der Stadt gelegen. Auch wenn er es sich nur schwer eingestehen konnte - Im Augenblick war er vollkommen hilflos. Das einzige, was ihm nun noch blieb war, auf Gnade, oder eine Hemmschwelle des anderen zu hoffen. Doch der Russe wusste ganz genau, was er in den Händen hielt. Ein Menschenleben, vielleicht sogar mehr, lagen hier vor ihm bereit. Unzählige Erinnerungen kamen ihm in den Sinn. Nein, wenn er diese Person ansah, sah er nur sich selbst in ihr. All die Qualen die er hatte erleiden müssen. All die zerstörten Hoffnungen und Träume eines Menschen, dessen Leben schon von Klein auf besiegelt worden war. Eines kleinen Kindes, das nie hatte Kind sein können. Er hatte es bis heute weggesperrt, zusammen mit seinen Gefühlen, und dem Menschen in ihm, der nie hatte existieren dürfen. Nicht neben diesem Mann. Sein Leben gegen das dieses Mannes. War das nicht nur fair? Erschrocken zog er die Luft ein und hielt sich den Kopf. In einem unbeobachteten Augenblick war der andere hervorgeschnellt, und hatte ihm seinen Kopf gegen die Nase geknallt. Überrumpelt zog er die Hände zurück. Ein widerliches Knacken zog durch die Stille und er fasste sich wütend an die nun heftig blutende Stelle. Wie ein Raubtier beobachtete er wie sein Opfer aufgeregt einige Meter zurück humpelte und tief und hektisch die Luft einzog. Wütend versuchte er sich selbst mit dem Arm etwas Blut aus dem Gesicht zu wischen. Was erhoffte er sich nur damit? Hing er so sehr an seinem Leben, das er noch etwas Zeit schinden wollte? Oder hatte er ihn gar nur provuzieren wollen, damit er seinem Leben schneller ein Ende setzte? Elegant verdrängte er die Schmerzen in seinem Gesicht und kam wieder auf ihn zu. Der alte Mann drückte sich so dicht gegen das Fenster in seinem Rücken wie er nur konnte, während er unverständliche Laute von sich gab; durch das dicke Stofftuch um seinen Mund kam nichts nach draußen. Der Schweiß lief ihm wie Tränen über das Gesicht. Nein, er würde doch auf seine alten Tage nicht noch nervös werden? Wie ein wildes Tier das man in die Ecke gedrängt hatte, schien er plötzlich neue Kraft zu schöpfen. Er vergaß seine Schmerzen und schlug wild mit den Ellbogen gegen die Glasscheibe des Fensters. Aber es half alles nichts. Selbst mit aller Kraft - das Glas brach nicht. Innerhalb weniger Sekunden hatte sich die Scheibe stellenweise blutrot gefärbt. Genauso wie die Hände, die schon länger nur noch reglos an seinen Armen hingen. Er hatte sie ihm zu aller erst gebrochen. Jeden einzelnen der Finger, die ihn damals so oft berührt hatten. Die ihm bis zum heutigen Tage das letzte bisschen Schlaf geraubt hatten. "Dreh dich um." verlangte er tonlos. Doch der andere lies sich nur nach vorne sinken, als er die Stimme direkt hinter sich hörte, schien entgültig aufzugeben. Aber so lief es nicht. Heute bestimmte er was getan wurde. Und er beschloss, dass dieses Spiel noch lange nicht vorbei war. Oh ja, er würde ihm noch mehr brechen, ihn ein für alle mal bewegungsunfähig machen. Ungewohnt sanft griff er nach einem seiner Arme, kurz über dem Handgelenk. Genugtuung durchströhmte ihn, bei dem Anblick der sich ihm bot, als er den alten Mann zurück auf die Beine zog, und ihn zwang sich wieder ihm zuzuwenden. Schweiß. Tränen. Röcheln. Wer hätte jemals vermutet, Tränenspuren auf den faltigen Wangen zu sehen? Auf den Wangen eines so gefühlskalten Menschen? Und er, er war ganz alleine Schuld daran... Lange sah er ihm in die Augen. Allzulange würde er es nicht mehr machen, dazu waren die Blutungen bereits zu stark. Er wusste selbst nicht warum, aber er schenkte ihm ein schiefes Lächeln, als er langsam nach der Waffe in seiner Hosentasche griff. Eine Geste, die er nicht verdient hatte. Aber es galt auch nicht ihm. Es galt nur sich selbst und seiner Vergangenheit, die er heute mit ihm begraben würde. Alle Qualen und Geschehnisse, die er die letzten Jahre erleiden musste. Die ihm selbst noch, als er nun Volljährig und weit weg gezogen war, verfolgten. Er hatte alles versucht. Doch egal wie weit er weggelaufen war, es hatte ihn nie in Ruhe gelassen. Die Erinnerungen, diese ständige Angst... Mit einer zittrigen Hand löste er die Sicherung. Vielleicht war das kein guter Weg, mit seiner Vergangenheit abzuschließen. Aber es schien der einzige, noch übrige Weg hinaus zu sein. Die Atmung des Mannes wurde immer hektischer und abgehackter, das konnte er deutlich in seinen Ohren wiederhallen hören. Und auch, wenn ihm dieses Gefühl selbst Angst machte, so war ihm, als schöpfte er aus den wimmernden Geräuschen nur neue Kraft. Je näher der andere dem Tot kam, umso mehr verschwand dieses beklemmende Gefühl in seiner Brust, das ihn Jahrelang immer den Atem geraubt hatte! Er hob die Hand, zielte genau auf den Kopf des anderen. Die Pistole war dem Gesicht des anderen so nahe, dass sie ihn beinahe berührte. Ein letztes mal holte er tief Luft... Ein letzter Blick in die Tränen verschmierten, geweiteten Augen direkt vor ihm. Nicht mehr, nicht weniger, kein Luftzug oder Gedanke dazwischen, während er die Augen schloss. Er hatte als Kind schon einmal mitansehen müssen, wie unschön das Blut eines Kopfes in alle Richtungen spritzte. Dann drückte er ab. Ein ekelhaftes Geräusch löste die schweren Atemgeräusche und das erstickte Wimmern ab, gefolgt von einem lauten Knall und das plötzliche Zersplittern von Glas. Der Schuss war aus nächster Nähe gekommen, und so konnte er den einen oder anderen Splitter sich sekundenschnell in sein Fleisch bohren spüren, zusammen mit kaltem Nass auf seiner Haut. Er musste die Augen nicht öffnen, um sich sicher zu sein, das die Kugel getroffen hatte, und das große Fenster hinter ihm nun doch zerbrochen war. In Gedanken sah er wie sich die Glassplitter in den Schnee bohrten, zusammen mit den Überresten des alten Mannes. Und der reine, weiße Schnee außerhalb, der sich erneut rot färbte. Wie in Zeitlupe hörte er den leblosen Körper schlaff zu Boden fallen, dann war es still. Die selbe totenstille wie 10 Jahre zuvor. Schwach lies er die Waffe aus der Hand gleiten, folgte ihr auch gleich mit zu Boden. Und das Kind in ihm, begann endlich leise und verängstigt zu weinen. Genau wie damals um Mama und Papa. - * - In vielen FF's liest man ja immer, was für eine schwere Kindheit Kai habe. Besonders oft habe ich auch gelesen, das seine Eltern umgebracht wurden. Naja, darum musste er hinhalten, und irgendwie ist jetzt daraus dieser mist entstanden. Oh gott, ich hab Kai als Vollpsycho hingestellt... *hust*... *in deckung geh* Hosted by Animexx e.V. (http://www.animexx.de)